DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Allgemeine Diskussionen zu Rollenspielen, sei es so banal wie Verhaltensregeln bis zu hin zu übergreifenden Spielkonzepten.
AggroJordan
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von AggroJordan » 21. November 2019, 16:43

Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
- Regelnachschlagen:
Findest Du nicht das eigentlich alle Regeln ziemlich Wischi-Waschi geschrieben sind und man das immer wieder neu auslegen kann/muss?
Ja es geht, ein bisschen besser könnte der Wortlaut sein, aber in der Englischen Version geht es finde ich ganz gut. Da kommt einem das Vorteil/Nachteil Thema auch sehr entgegen. Die Konsequenzen sind ja begrenzt. Aber wenn es um Spell Descriptions geht ist das schon manchmal tricky. Im Zweifelfalle Versuche ich folgendermaßen vorzugehen: Was nicht explizit drinsteht im Spell gilt auch eher nicht. Magie ist bei DnD ohnehin sehr mächtig, von daher finde ich das nur fair.
Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
- Encounterbuilding:
Gerade das wird von den Monster außer mit dem "in-Lair" gar nicht unterstützt.
Da ist man gerade von der 4E doch deutlich besseres gewohnt gewesen.
Ja stimmt schon, da musste schon eher selber mit Dingen um die Ecke kommen. Auch wenn ich 4e nie gespielt habe, da gibt es schon die eine oder andere Mechanik die man da klauen könnte. Habe auch schon öfter mal was dort geklaut :)
Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
- Handwedeln:
Funktioniert halt nur gut wenn die Gruppe dazu passt. (nicht 5E spezifisch)
100% zugestimmt. Wenn du viele Spieler hast, die alles sehr genau haben wollen ist Handwedeln Horror, weil streit vorprogrammiert ist :D
Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
- Feat:
Verstehe was Du meinst, aber 5E hat doch eh kaum Save or suck/die Effekte.
Kann deine spezielle Problemtik mit den Feat aber nicht nachvollziehen.
Vielleicht ist das auch einfach eine persönlich Abneigung, aber ich mag PC/NPC die nicht schon mit lvl 4 krasse Superhelden sind... aber ich mag auch falsch liegen... habe nur auch öfter schon mit MinMax Spielern gespielt und finde das anstrengend. Feats verstärken solche efffekte noch.
Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
Auch das spaßige Situation dank Feats minimiert werden sehe ich nicht so.
Bei mir ist es eher so das ich mir die Feats anschaue um daraus kitzelige Situationen zu generieren.
Das sind halt zwei unterschiedlichen Ansätze, steht viel beim Spieler dabei kann ich als SL auf viel reagieren.
Da wäre ich mega neugierig, weil ich (vielleicht mit stark gefärbter Brille) fast immer nur Buffs ohne Nachteile sehe.
Lässt Du die Spieler Dinge entdecken, die sie sonst nicht finden? Nutzt Du Dungeon-Layouts anders? Ich versuche es mir gerade vorzustellen, aber komme nicht wirklich dahin.
Kalgani hat geschrieben:
06. November 2019, 14:23
- andere Systeme:
welche anderen Systeme hattest Du dir eigentlich angeschaut?
Hab mich mal in Pathinder und Starfinder eingelesen ist schon sehr detailliert von den Regeln her.
DSA war mir auch zu viel. 3 Würfe für eine Aktion ist zwar realistisch, aber ich hab das Gefühl in diesem Spiel Würfel ich mich tot. (Hit, Defensive, Parieren und und und...)
Call of Cthulu finde ich ganz cool aber auch ein völlig anderes Setting. Und gerade als low-level charakter failed man schon recht viel... für Anfänger-Spieler sehr schwer zu verdauen, weil sie natürlich Erfolgserlebnisse haben wollen.

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Kalgani
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 21. November 2019, 18:38

Zwei der viel Propagandierten Dinge im Spielleiten sind:
"Ja." sagen und "Fail Forward"

Beides sind Elemente die den Chars mit Feat eine Option geben warum gerade Sie es sind,
die die unmöglich scheinende Aufgabe auch ohne Wurf, sondern rein erzählerisch schaffen dürfen.
Sei es das "Keen Mind" das den Weg zurück das dem Dungeon findet,
der "Observant" der den sich bewegenden Vorhang des unsichtbaren Lauschers bemerkt
oder den "Actor" der den Zollbeamten davon überzeugt das die Ware doch freizugeben ist.

Aber gefühlt spielst auch Du nur 5E wegen der Leute die 5E spielen wollen obwohl imho ein anderes System eure Bedürfnisse besser abdecken könnte.
Ich nenne das: Beim System auf den einfachsten Nenner geeinigt. (in DE sind das die genannten 3 Systeme.)
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 21. November 2019, 22:18

AggroJordan hat geschrieben:
21. November 2019, 13:05
Also ich fühle mich grade etwas kurz zitiert, und ehrlich gesagt auch etwas angegriffen :)
Nun, das ist nicht meine Absicht. Ich gebe aber zu, dass ich absichtlich eine drastische Bezeichnung verwendet habe, um die Diskussion anzukurbeln. Hat allerdings nur mäßig geklappt ;)

Ich habe ein gewisses Problem mit der Haltung, dass der SL das Sagen hat. Ich verstehe mich als SL als Erster unter Gleichen. Ich steuere zwar das Setting, aber die Regeln und das Setting "gehören" der Gruppe. Mir fällt es tatsächlich schwer, einfach Entscheidungen zu treffen, ohne vorher einen Gruppenkonsens zu suchen. Deshalb empfinde ich Aussagen wie "ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn" als etwas überheblich und selbstgerecht. Ich hoffe, dass du mir das jetzt nicht übel nimmst. Aber im Endeffekt ist das auch die typische Aussage eines Despoten (ich weiß doch am besten, was gut für das Volk ist). Verstehst du was ich meine? Ich reagiere darauf halt sehr skeptisch, beobachte aber auch, dass genau dieser "Entscheider"-SL von vielen Spielern anscheinend gerne gewählt wird. Mehr: er wird ja von einigen Systemen geradezu gefördert (hust*DSA*hust). Und ich möchte ergründen, ob das wirklich so ist, oder ob ich das vielleicht falsch sehe. Vielleicht hängt das auch mit einer gewissen (traditionellen) Haltung bei den Spielern zusammen, vom SL bespaßt werden zu wollen. Auch das ist nicht meine Einstellung. Sowohl als SL als auch als Spieler erwarte ich von allen, dass sie aktiv spielen. Kalgani wird sicherlich bestätigen, dass ich die Story gerne sehr aktiv mitgestalte. Tatsächlich ist es mir sogar zuweilen unangenehm, weil ich mich dann dominant fühle, wenn die anderen nicht so aktiv sind (womit wir wieder bei der Aussage zu Beginn sind...) 🙂
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 21. November 2019, 22:28

@feats: ich würde Kalganis Aussage sogar noch erweitern: Feats sind Signale (Flags) der Spieler, was sie an ihrer Figur cool finden und wo sie gerne Spotlight möchten. Ja, in dem jeweiligen Feld ist die Figur sehr stark. Aber wie Kalgani finde ich, dass man das gut aufgreifen kann, um gerade damit eine besondere Szene zu haben. Die will vielleicht vorher vorbereitet sein.
Szene König / Actor feat: Antagonist: Ha, ihr werdet es NIE schaffen, den König zu überzeugen! Er wird euch in den Kerker werfen und ICH gewinne, har har!
Los Spieler, beweis ihm das Gegenteil!

Szene Layout Schloss / Keen mind feat: Antagonist: Ha, ihr werdet es nie rechtzeitig durch das Schloss schaffen, um mich aufzuhalten! Ihr werdet euch verlaufen und ICH gewinne...

Ich glaube, es geht ein wenig darum, den Spielern die Genugtuung zu geben, hin und wieder den "I win Button" zu drücken.

Edit: was mich allerdings durchaus auch nervt, ist, wenn die Gruppe immer den passenden stärksten Charakter nach vorne stellen. Also soziale Konflikte löst das Face der Gruppe. Heimlichkeit der Stealth Charakter (Rogue / Ranger) usw. Da machen es sich die Spieler tatsächlich auch in meinen Augen manchmal zu einfach. Deshalb versuche ich, auch die anderen wenigstens etwas Einfluss haben zu lassen. Der Barde mag den König belabern können, aber der zwielichtige Typ und der uncharismatische Barbar können ihn negativ beeinflussen.
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von AggroJordan » 22. November 2019, 10:44

Kalgani hat geschrieben:
21. November 2019, 18:38
Zwei der viel Propagandierten Dinge im Spielleiten sind:
"Ja." sagen und "Fail Forward"

Beides sind Elemente die den Chars mit Feat eine Option geben warum gerade Sie es sind,
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Das "Ja" oder "Ja, und" war mir bekannt.
Der Begriff "Fail Forward" ist mir neu, aber ich glaube ich kann mir ausmalen was das bedeutet. Wird auf jeden Fall in mein Repertoire aufgenommen.

@Tudor the Traveller:
Ok du bringst da tatsächlich einige Sachen zum Thema "Despoten-DM" vor die ich vielleicht überdenken muss.... und was du zum "bespaßen" sagst, finde ich total treffend. Vielleicht muss ich auch ein Stück weit meine Art ändern, wenn ich weniger Bespaßung aber mehr kollaboratives Storytelling haben will.

Zu den Feats: finde Eure Ideen sehr cool, vielleicht streiche ich nur einige Feats raus, die ich sehr overpowered finde und schlage das eventuell doch mal vor :) Wenn die Spieler bei lvl 8 sind, wären Feats auch nicht mehr so extrem krass, weil sie selbst schon viel Stärker sind.

Das Konzept des Feats als "I Win"-Button ist übrigens ne gute Illustration, aber ich hatte bisher eine sehr einseitig-negative Auffassung davon. Richtig verwendet kann das tatsächlich sehr gut funktionieren.

Welche Systeme würdet Ihrddenn als Alternative vorschlagen? Wie gesagt, bin selber noch relativ neu und lese deshalb immer gern mehr!

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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Mic » 22. November 2019, 12:45

Wenn Du D&D magst, und im Genre, oder sogar in der gleichen Welt bleiben möchtest, würde ich mir z.B. mal 13th Age und Dungeon World anschauen.

Beide Systeme haben einen eher "storytellerischen" Ansatz, und interessante Mechaniken. 13th Age ist stark levelbasiert und die unterschiedlichen Klassen haben verschiedenartige Mechaniken um ihre Spezialfähigkeiten auszuspielen. Die Klassen haben auch differenzierte Komplexitätsstufen, vom einfachen Paladin z.B. bis zum recht komplexen Fighter (ja echt!) oder Barden.

Dungeon World ist "Powered by the Apocalypse", verfügt also ein sehr knappes Regelwerk. Alles wobei Charaktere würfeln müssen wird in "Moves" eingeteilt, z.B. um aus ihrem Erfahrungsschatz zu schöpfen, nach Hinweisen zu suchen, einer gefährlichen Situation zu entrinnen oder ein Monster zu bekämpfen. Jede Charakterklasse hat hier ein paar Blätter (genannt Playbook) mit Spezialmoves und Ausbaumöglichkeiten beim Stufenaufstieg.

Beide Systeme lassen Raum für spontane Ideen und besonders interessante Charakterbiographien, ohne das Konzept zu verbiegen.
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 22. November 2019, 15:53

Alternativen wären auch Fantasy Age
oder als fast schon klassische Alternative Savage Worlds
Meinen Fav hat Mic schon genannt: 13th Age von Pelgrane Press

Der Markt ist was alternative Systeme angeht in den letzten 10 Jahren "leider" explodiert.
Warum leider? weil es einfach zu viel gibt und vieles wirklich gut ist.
Numenera oder Beyond the Wall sind auch tolle Systeme, aber halt nicht mein Fantasygeschmack.
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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von AggroJordan » 28. November 2019, 17:27

OK Savage World sollte ich mir also auf jeden fall mal reiziehen und 13th Age kenne ich auch noch nicht!

Aus einem anderen Thread würde ich gerne mal eure Meinung / Ideen zu denCasting-Rules hören.

Die Sache mit "At will / encounter / Daily" aus anderen Editionenhört sich ehrlich gesagt nicht verkehrt an, auch wenn es vielleicht im Klassischen Dungeon Crawl so seine Tücken hat, wenn der Tag/Nachtrhythmus nicht ersichtlich ist.

Aber meine Spieler (Anfänger, tendenziell etwas PowerGaming lastig) wollen sich aktuell nach jedem Encounter für 8h hinlegen, sodass sie in 48h teilweise 4 mal schlafen würden... finde das echt schwierig zu leiten, denn man will ja auch nicht in jeder langen Rast einen "Überraschungsangriff" machen will.

Wie würdet Ihr eine solche Situation handhaben, und welche Casting-Art bevorzugt Ihr?

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Re: DnD 5E: Warum so viel Rundengesuche?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 28. November 2019, 19:04

AggroJordan hat geschrieben:
28. November 2019, 17:27

Aber meine Spieler (Anfänger, tendenziell etwas PowerGaming lastig) wollen sich aktuell nach jedem Encounter für 8h hinlegen, sodass sie in 48h teilweise 4 mal schlafen würden...
Das ist genau das, was wir mit dem 5 Minuten Abenteurer Tag meinen.

Tatsächlich steht in den Regeln (5e), dass man in 24h nur eine Long Rest machen kann. Bzw. man kann mehr machen, aber die bringen dann halt nix.
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