Konzerne in Fantasy-Settings

Allgemeine Diskussionen zu Rollenspielen, sei es so banal wie Verhaltensregeln bis zu hin zu übergreifenden Spielkonzepten.
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morgenstern
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Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 06. November 2018, 16:39

Habe grade mit jemandem im Internet gesprochen, die ein Setting für Geschichten entwickelt, die sie als "cyberpunk-ish", aber in einem klassischen Sword&Sorcery-Fantasy-Umfeld beschreibt. Dabei kam mir so der Gedanke:

Wieso gibt es eigentlich kein Fantasy-Setting, in dem auch große Firmen/Konzerne existieren? Also auf die Art und Weise wirklich ein wenig düstere Zukunftsdystopie in vergangene Zeiten bringen?

Beispiele:
  • Bankenkonglomerat, welches dem Adel Kredite gewährt (gerade das war ja zu allen Zeiten Gang und Gäbe)
  • Zwergischer Waffenhersteller, der ganze Nationen (oder eine exklusiv) mit seinen Waffen versorgt
  • Explorationsgesellschaft mit exklusiver Lizenz, die dadurch auch sämtlichen Handel mit fernen Ländern kontrolliert (á la East India Trading Company)
  • Magiespezialisten-Vermittler, etc.
Möglichkeiten gäbe es ja genug, auch innerhalb von klassisch-feudalen Herrschaftsstrukturen.
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Tudor the Traveller
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 07. November 2018, 00:17

Ich glaube, dass eben genau die oft impliziten feudalen Systeme einer "freien Wirtschaft" mit großen Unternehmungen im Sinne von Konzernen eher entgegenstehen. Im Feudalismus ist die Wirtschaft ja weitgehend an Grundbesitz, also typischerweise den Adel, geknüpft.

Ansonsten schlüpfen wohl die typischen Fantasy Gilden in diese Rolle. Globale Händlergilden etc. unterscheiden sich imo nur im Detail von Konzernen.

Die Dragon Mark Häuser in Eberron haben m. E. auch durchaus eine ähnliche Rolle. Aber da ist dann auch wieder direkt die Verknüpfung zum Adel.

Insgesamt denke ich, dass "man" Wirtschaftsunternehmen im Sinne von Konzernen, die von gierigen Managern geführt werden, für Fantasy irgendwie für zu modern hält. Aber ersetze Manager durch Gildenoberhäupter und da sollte es einiges geben.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 07. November 2018, 09:13

In den meisten Settings gibt es doch diese Konzerne/Gilden die zumindest (über)regional von den Herrschern selbst abgesetzt trotzdem absolute Major Player sind.

Als gutes Beispiel fallen dafür die Red Wizards of Thay in den Forgotten Realms ein. Größter Gewürzhändler in den Realms und dazu gerne bereit den Wettbewerb einfach zu massakrieren. Für vieles haben die dort tatsächlich ein Monopol. Daneben auch noch ganz dicke im Drogengeschäft tätig.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 08. November 2018, 15:07

Ja, aber schade, dass diese Gilden eher ein Nischendasein in solchen Settings haben.
Da könnte man auch coole Kampagnen draus machen, etwa:

Ein König hat sich tief bei einem Handelshaus verschuldet. Dieses zwingt ihn daraufhin, einen Expansionsfeldzug gegen das Nachbarland zu führen, damit die Händler Zugriff auf wertvolle Bodenschätze bekommen.

Die Spieler könnten auf der einen oder anderen Seite stehen. Vielleicht wurden sie auch mit dem Gerücht von einer heimlichen Waffenproduktion gegen das eigene Land in den Konflikt gelockt. Jetzt finden sie heraus, dass das andere Land gar keine Massenvernichtungswaffen … ähhh … Kampfdrachenstaffel hat. Oder sind Spione für eine andere Gilde, die diese Machenschaften aufdecken will oder Guerilla-Einsätze hinter feindlichen Linien plant.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 08. November 2018, 18:09

Es gibt ja schon einige Adventure Pathes con Paizo die das zumindest ansatzweise versuchen
(Curse of the Crimson Throne, Hell´s Rebels, Hell´s Verngeance, War of the Crowns)

Das dies deinen Ansprüchen an solcherlei wahrscheinlich nicht genügt ist mir klar.
Aber tatsächlich gibt es hier einiges was man für die Art von Abenteuer als Steinbruch nutzen kann.
(Wenn man den PF/DnD3.x PArt mal ganz bei Seite lässt ;))
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 09. November 2018, 13:30

Ah okay, da muss ich mal schauen. Bin mit den Adventure Paths bisher nicht vertraut. Habe ja seit Ewigkeiten kein PF mehr gespielt.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 09. November 2018, 15:21

Erwarte da aber bitte wirklich nicht zu viel. Es geht etwas in die Richtung.
Einiges musst Du dir aus den Flavortexten ziehen die am Ende der Abenteuer immer dabei sind.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 10. November 2018, 07:27

Ach so, okay. Ich glaub, wenn ich das mal irgendwo brauche, find ich da schon genug Anregungen. Mich hatte nur mal interessiert, ob jemand mal in so einem Setting gespielt hat oder die Idee an sich reizvoll fände. Suche halt immer nach Möglichkeiten, wie man im Fantasy-Bereich mal was anderes als alterprobte Standard-Settingkost betrachten kann.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Dis Pater » 10. November 2018, 08:02

Ich fänds mal spannend. Wäre endlich mal eine andere Perspektive auf das Fantasy-Setting. Zudem gibts ja historische Beispiele. Sicher, die Fugger und Medici etwa hatten ihre Blüte erst in der fruhen Neuzeit, aber von solchen Kleinigkeiten sollte man sich nicht irritieren lassen. Funktional wäre das genauso in einem (hoch-)mittelalterlichen Setting denkbar.
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 11. November 2018, 02:54

Hm. Zhentarim? Iron Throne? Letzterer hat ja so etwas in der Art gemacht, die wollten ja einen Krieg zwischen zwei Nationen anzetteln (Baldurs Gate...)
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Re: Konzerne in Fantasy-Settings

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 11. November 2018, 17:19

Zhentarim und Red Wizards sind sogar ein gutes Beispiel für 2 "Konzerne" die sich bis aufs Blut bekämpfen!
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