Erfahrungen mit Play by E-Mail (PBEM), Foren- oder Onlinerollenspielen?

Allgemeine Diskussionen zu Rollenspielen, sei es so banal wie Verhaltensregeln bis zu hin zu übergreifenden Spielkonzepten.
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morgenstern
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Erfahrungen mit Play by E-Mail (PBEM), Foren- oder Onlinerollenspielen?

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 18. November 2018, 20:44

Hat jemand von euch Erfahrungen mit erzählerischem Online-Rollenspiel? Ich meine jetzt nicht Online-Runden mittels Roll20, Discord oder TeamSpeak, sondern mehr narrativem gemeinsamen Spiel?

Ich spiele grade mit ein paar Leuten, die ich über Mastodon kennen gelernt habe, ein kleines Fantasy-Setting. Die Geschichte ist dabei in einzelne Kapitel unterteilt, die der Erzähler schreibt, die Spieler beschreiben daraufhin ihre Aktionen und Intentionen, mit denen der GM die Gesichte dann weiterführt. Es ist also eigentlich eine gemeinsam erzählte Geschichte statt klassischem Rollenspiel mit Werten und Würfeln. Es hat insgesamt also eine etwas andere Atmosphäre.

Was ich daran praktisch finde:
  • Man ist nicht davon abhängig, sich regelmäßig an einem Ort für längere Zeit treffen zu müssen. Auch wenn ich eigentlich grade den persönlichen Kontakt beim P&P etwa PC-Rollenspielen vorziehe: Jeder hat seinen eigenen Zeitplan, die immer alle unter einen Hut zu bekommen ist gar nicht so einfach.
  • Man ist zeitlich unabhängiger. Ob nun morgens früh, nach Feierabend oder schnell mal in der Mittagspause: Jeder kann sich individuell sein Zeitfenster fürs Schreiben aussuchen.
  • Es geht etwas langsamer voran (bei uns z.B. gibt es etwa einmal die Woche ein neues Kapitel). Manchmal ist es ganz angenehm, sich ein wenig Zeit lassen zu können.
  • Am Ende hat man dafür quasi eine eigene, komplette Geschichte mit seinem Charakter.
Was erst mal ungewohnt ist:
  • Warten auf Antworten: Auch wenn jeder angehalten ist, zeitnah zu antworten, hat man nicht den Interaktionsgrad und die Dynamik, die man am gemeinsamen Spieltisch hat. Daran muss man sich erst mal gewöhnen.
  • Man ist dem Erzähler ein wenig mehr "ausgeliefert" und muss ihm vertrauen. Deswegen sage ich bewusst nicht SL oder GM. Der Erzähler schreibt die eigentliche Geschichte voran, die einzelnen Spieler geben den Input für ihren Charakter. Da es aber keine Erfolgsproben in diesem Fall gibt, bleibt es in der Gestaltungshoheit des Erzählers, welche Charakteraktion wie (mis)glückt. Auch da muss man ein wenig loslassen können.
Habt ihr sowas auch schon mal ausprobiert? Wäre das prinzipiell auch etwas, dass euch interessieren würde?
Wie müssten da für euch die Rahmenbedingungen sein?
Suche Spielrunde(n): Tales from the Loop, Coriolis, alles "Powered by the Apocalypse", Blades in the Dark, Scum and Villainy, Hack the Planet, The Veil, etc.

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