7te See

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Snook
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7te See

Ungelesener Beitrag von Snook » 30. Mai 2017, 23:59

Hey ho liebe Forengemeinde

In der Suchfunktion konnte ich keinen 7te See Thread finden, daher mache ich ihn hier mal auf (falls falsch, einfach verschieben oder löschen, sollte es doch einen geben, danke ^^)

Was ist 7te See?
Es handelt sich um ein Mantel&Degen&Schwert oder Swashbuckling Rollenspiel. Inzwischen gibt es zwei Editionen, die 2. wurde vor kurzem über eine extrem krasse Kickstarter Kampagne erfolgreich beendet und einige Bücher fertiggestellt. Ich meine John Wick hätte über eine Millionen Dollar eingenommen :D

Das ganze spielt in einem fiktiven Europa um 1668. Hier und da ist man in Bereichen wie Wissenschaft und Medizin etwas fortschrittlicher, als im realen Europa. Die Nationen wurden dem irdischen sehr stark angepasst, mit künstlerischen Freiheiten. Es gibt sogar für jede Nation eine eigene Magie (die aber mit keiner 0815 Fantasy Magie vergleichbar ist)

Man kann also ganz klassisch Abenteuer á la Drei Musketiere erleben, oder Zorro. Natürlich ist auch ein Fluch der Karibik Stil drin ;)

Die Welt ist ziemlich cool gemacht und bringt gute Laune an den Tisch, da Helden hier groß geschrieben wird und das ganze gewünscht cineastisch sein darf. Es ist also durchaus möglich 8-10 Gardisten des Kardinals in Schach zu halten und sich rückwärts eine Treppe hoch zu fechten, sich dann an einem Kronleuchter herüberzuschwingen um sich am Wandteppich runterzulassen, um über die Tische hechtend zu seiner Angebeteten zu kommen. Gemeinsam springt ihr ohne weiteres 30m in die Tiefe, ins Meer um zum rettenden Schiff zu schwimmen und zu entkommen. Theoretisch in einer Runde :D

Leider sind die Spielerfahrungen zur neuen Edition nicht so positiv ausgefallen. Beim überfliegen der Regeln war ich tatsächlich auch enttäuscht, da es kein Roll&Keep System mehr ist, wie die erste Edition. Ich leite jetzt wieder eine Runde im Jugendzentrum und werde demnächst in die neue Edition intensiver reinlesen und schauen, ob ich coole Ideen aus der alten und neuen Mische.

Pegasus Spiele bringt die Bücher der neuen Edition in wirklich schöner Optik und Haptik für kleines Geld auf den Markt.

Bonus
Ich habe letzte Woche Kontakt zum Verlagsleiter des Games-In Verlags aufgenommen, weil ich nach Büchern aus der alten Edition gefragt habe.
Ein unglaublich netter Mensch (leider spricht er tiefes Bayrisch und daher habe ich nicht alles verstanden :D), der mich sogar zurückrief um meine via Email gestellten Fragen zu beantworten.
Er hat mir klar gemacht, dass er so gut wie jedes 7te See Buch aus der 1. Edition auf Lager hat, also noch hunderte Bücher, die man bei ihm als Neuware erstehen kann. Leider hat er die Marke an Pegasus verloren, obwohl er 12 Jahre an den deutschen Büchern gesessen hat, etwas schade.
Aber gut, wer mit Karl-Heinz Kontakt aufnehmen will, schreibt ihm einfach eine Email games-in@t-online.de

Sobald ich mich intensiver mit der neuen Edition beschäftigt habe, werde ich hier weiterschreiben.
Meine Empfehlung hat das Setting, zählt es doch mit Legend of the Five Rings zu meinen Lieblingsrollenspielen :)

LG Snook
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Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot.“

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Dis Pater
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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von Dis Pater » 27. August 2017, 18:49

Bin eben über die neue Edition gestolpert und war ob des niedrigen Preises sehr positiv überrascht. Wie spielt es sich denn inzwischen?
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Gambit
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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von Gambit » 28. August 2017, 08:27

Spielt sich in meinen Augen super. Wenn man nur nach dem GRW sind im direkten Verhältnis die Duellisten viel zu stark (was aber zum Mantel&Dagen Setting passt), aber sowohl in der Community, als auch in den Ergänzungsbänden, werden da einige Optionen aufgezeigt wie man das ganze nach Wünschen besser anpassen kann. Ist aber ein Spiel das seinen Fokus stark auf einen narrativen Fokus legt (wie FATE, Apocalypse World etc.) und auch den Cineastischen Aspekt stark hervor hebt. Ich kann es nur wärmstens empfehlen (allerdings eher Hände weg vom Helden&Schurken Band, die einzige Gurke bisher in der Produktreihe^^).

Was vielleicht auch ganz interessant/hilfreich ist, auf Teilzeithelden.de gibt es einen mässigen Ersteindruckbericht und dann im Anschluss eine gute Rezi, wird dort von zwei verschiedenen Personen beleuchtet und bringt so gut die jeweilige Sichtweise mit empfundenen Stärken und Schwächen zum Tragen:

Ersteindruck: http://www.teilzeithelden.de/2016/11/05 ... -presents/

Review: http://www.teilzeithelden.de/2017/06/12 ... r-pegasus/

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Mic
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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von Mic » 28. August 2017, 11:45

Wenn man sich erst einmal an die zu "normalen" Rollenspielen recht unterschiedliche Storyführung eingelassen hat, läuft das Spiel superflüssig. Das Würfelsystem ist meines Erachtens nach besser und durchdachter als in der alten Version und es kommt eine prima Stimmung auf. Mir hat unser erstes Abenteuer hervorragend gefallen! :)
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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von morgenstern » 28. August 2017, 12:32

Mic hat geschrieben:
28. August 2017, 11:45
Wenn man sich erst einmal an die zu "normalen" Rollenspielen recht unterschiedliche Storyführung eingelassen hat, …
Magst du bitte mal kurz ausführen, was du damit meinst?

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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von Gambit » 28. August 2017, 13:00

Ich zitiere mal den Punkt aus der Teilzeithelden Review, der verdeutlicht das mit der "Storyführung" schon ganz gut:

"Nach Erscheinen der englischen Ausgabe hat insbesondere das Regelsystem der zweiten Edition für hitzige Diskussionen gesorgt, denn es ist extrem knapp geraten. Das entspricht dem Ansatz des Spiels, den Spielfluss nicht unnötig zu unterbrechen und Regeln und Würfe nur dort einzusetzen, wo sie unausweichlich scheinen. Jedem Simulationisten rollen sich dabei sicherlich die Zehennägel hoch, denn alles ist auf das Wesentliche reduziert und wirkt sehr cineastisch, da eine Aktion in einzelne kleine Herausforderungen unterteilt wird, die mit dem Würfel gemeistert werden können. Gewürfelt wird mit zehnseitigem Würfel. Nach dem Wurf wird ermittelt wie oft sich aus der Menge der Würfe die Zehn errechnen lässt. Jede errechnete Zehn zählt als ein Erfolg. Möchte also Carolo, der wackere Castilier, am Kronleuchter über ein Feuer schwingen, um eine Wache am anderen Ende des Raumes zu besiegen, dann legt er fest mit welchem Attribut und welcher Fertigkeit er sein Ziel erreichen möchte. Der Spielleiter sagt ihm an wie viele Risiken, also Herausforderungen, er zu bestehen hat. Also zum Beispiel eins für das erfolgreiche Schwingen, eins, damit er sich am Feuer nicht verletzt und ein weiteres Risiko, um die Wachen auszuschalten. Würfelt Carolos Spieler nun so, dass sich nur zwei Zehnen ergeben, kann er sich entscheiden, welches Risiko er nicht meistert. So schwingt er vielleicht erfolgreich durch den Raum und schaltet die Wachen aus, nimmt dabei aber Schaden durch das Feuer. Das System ist gewöhnungsbedürftig und fordert den Spielleiter heraus, weil er einzelne Szenen schnell in kleine Sequenzen zerlegen muss. Das erinnert an die Arbeit eines Regisseurs und entspricht somit dem cineastischen Ansatz."

Das war in unserem Testabenteuer noch was holprig und man musste sich da erstmal reinfinden, erfordert also auf jeden Fall etwas Zeit. Vergleichbar mit Leuten die "klassisches" Rollenspiel schon gewohnt sind, dann aber auf ein System wie FATE stossen ^^

Gerade der Unterschied zwischen Risks, Action-Scenes und Dramatic-Scenes war in unserer Testrunde noch sehr unausgegoren, was aber auch ein Manko des Regelwerks ist. Ausführlichere Beispiele wären an der Stelle sinnvoll gewesen, mittlerweile gibt es diese aber zuhauf Online und man bekommt schon zum Start dadurch ein besseres Gespür. Das Setting ist natürlich toll und wir hatten massig Spass mit unseren Characteren :)

*edit* Ich meinte das irgendwo schonmal darauf hin gewiesen wurde, habe aber nichts gefunden. Daher zur Sicherheit: Hier gibt es die Regeln, Charactererschaffung und einen Teil der Settingbeschreibung aus dem GRW als gratis Download: http://johnwickpresents.com/7th-sea-basic-rules/

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Re: 7te See

Ungelesener Beitrag von Mic » 28. August 2017, 14:39

Exakt. ich hab das in der ersten Session einfach falsch gemacht, und daraus haben sich einige merkwürdige Effekte entwickelt. Beim zweiten Abend ging das schon deutlich besser, nachdem wir das nochmal diskutiert haben, und etwas rumrecherchiert haben (ist ja jetzt schon ein ganzes Jahr her).

Als Spielleiter bietet es sich in jedem Falle an, eine Art Drehbuch zu schreiben, d.h. bei voraussehbaren Aktionen rausschreiben was alles erreicht werden muss, welche Risiken eingegangen werden und welcher Art sich die Erfolge gestalten. Das ist ganz anders als bei herkömmlichen Rollenspielen und erfordert ein gewisses Umdenken (und entsprechende Vorbereitung!), ist aber eigentlich ein interessanter, actionorientierter Ansatz, der sich sehr flüssig spielen kann.
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