Feuerwaffen

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Tudor the Traveller
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Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 01. August 2019, 12:14

Ein ewiges Thema: Feuerwaffen in Fantasy Settings. Ich spiele gerade Pillars of Eternity 2 (1 kenne ich nicht). Da gibt es Handfeuerwaffen, also Pistole, Arkebuse etc. Die werden im Prinzip behandelt wie andere Schusswaffen. Gut, das Setting ist sehr "piratig" angehaucht, und ich kann nicht sagen, ob es dem geschuldet ist. Aber ich finde es ganz cool und frage mich, wie weit sich klassische Fantasy mit Pistolen und Kanonen verträgt.

Man hätte halt den Paladin in dicker Rüstung, Schwert und Schild neben dem Krieger mit zwei Pistolen. Oder einem Musketier. Oder eben auch den Paladin mit Arkebuse...

Was denkt ihr dazu? Passt das zusammen?
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Tudor the Traveller
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 01. August 2019, 12:19

Ein Argument ist ja oft, dass Feuerwaffen historisch schwere Rüstungen verdrängt haben. Wobei ich auch meine, dass das so nicht richtig ist. Ich finde es schwierig zu sagen, wie da so die Kausalitäten sind, weil ja parallel zu Feuerwaffen auch andere Entwicklungen im militärischen Bereich statt fanden und manches sieht eher nach "Mode" aus... Insofern würde ich die historische Entwicklung und "Realismus" eher außen vor lassen.
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Mic » 01. August 2019, 12:26

Das kommt völlig auf das verwendete System, bzw. den Hintergrund an. Pathfinder z.B. macht das eigentlich sehr gut, von dem was ich bisher so gesehen habe:

https://www.d20pfsrd.com/classes/base-c ... unslinger/

Im Endeffekt sind Arkebusen und sogar Pistolen absolute One-Shot-Wonders. D.h.: Schießen, und wegwerfen. Außerdem ziemlich teuer. Wer damit mehr möchte, muss sich auf den Kampf damit spezialisieren und ein oder mehrere Level in einer entsprechenden Klasse nehmen und kann dafür später sogar die meiste Rüstung ignorieren.
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 02. August 2019, 16:58

Gerade den PF Ansatz mit dem Ignorieren von Rüstung finde ich blöd. Weil Rüstungen in Fantasy meist eine sehr zentrale Rolle bei der Ausrüstung spielen. Die mega coole Rüstung des Kriegers einfach zu umgehen weil "Pistole ätschi bätschi" finde ich total daneben... Sicher, Touch Attacks sind bei PF auch so häufig. Aber trotzdem ;)
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 03. August 2019, 10:51

Aber das ist nun einmal das zentrale Element von Feuerwaffen: Sie machen schwere Rüstungen überflüssig, da diese nicht helfen können.
Schau dir einfach mal an was ein ordentliches Geschoß mit einem Motorblock anstellt.

Schwerter, Äxte, Bögen & Armbrüste sind einfach nicht halbwegs realistisch in einem System in ein Gleichgewicht zu bringen.
Also so das irgendwer noch auf die Idee kommt _keine_ Feuerwaffe dabei zu haben (und wenn es nur um einen Schuß geht!)

Daher bin ich auch kein Freund davon. Auch eine einfache Arkebusen macht Löcher die nicht mehr feierlich sind!
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Dis Pater » 04. August 2019, 06:38

Was mich an der Sache irritiert: In einer Welt, in der Magier mit Feuerbällen, Blitzen oder Schlimmerem um sich werfen, in der Materialeigenschaften und/oder die Grenzen des anatomisch Machbaren ständig ignoriert werden ... wieso ist ed da so schwierig, eine neue Sorte Waffen einzubauen?

Muss da immer an Dune denken: Körperschilde, die nur mit großer Langsamkeit zu durchbrechen sind, sollten doch z.B. auch in einem Fantasy-Setting zu realisieren sein. Hängt ein bisschen vom Magielevel des Settings ab ...
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 04. August 2019, 11:56

Kalgani hat geschrieben:
03. August 2019, 10:51
Aber das ist nun einmal das zentrale Element von Feuerwaffen: Sie machen schwere Rüstungen überflüssig, da diese nicht helfen können.
Und genau das ist nicht korrekt, soweit ich recherchiert habe. Bzw. beschreibt es nur das Endergebnis einer Entwicklung von mehreren hundert Jahren. Es gab eine längere Parallelentwicklung, eine Art Wettrüsten zwischen der Wirkung von Handfeuerwaffen und der Schutzwirkung von Plattenharnischen.

Abgesehen vom Historischen wird das bei sonstigen Waffen / Rüstungsvergleichen sonst ja auch nicht so diskutiert.

Insgesamt glaube ich, dass Feuerwaffen es besonders schwer in der Fantasy haben, weil sie gegen eine gewisse (übersteigerte) Erwartungshaltung ankämpfen müssen.
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Mic » 04. August 2019, 21:30

Eigentlich macht es keinen Unterschied ob das jetzt ne exotische Handfeuerwaffe, oder eine Wand of Magic Missile ist. Sie macht Schaden und trifft gut. Ob das jetzt akkurat ist, oder nicht ist mir ehrlich gesagt Schwupps-Egal. Ich kann mir was drunter vorstellen, und es ist cool. Das reicht mir.
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 05. August 2019, 17:59

Warum Feuerwaffen es in Fantasy schwer haben?
Sind haben überhaupt nichts romantisch-fantastisches an sich.
MIt Schwerter & Bogen hat man dagegen schon immer gekämpft.
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Re: Feuerwaffen

Ungelesener Beitrag von falco » 23. September 2019, 18:02

Ich sehe kein Problem mit Rüstungen gehen Handfeuerwaffen. Eine solide Küras hält einer Muskete oder Piratenpistole problemlos Stand (auch durch die Form, welche eine Kugel im Winkel reflektiert). Nicht umsonst gab es später den "Beschusstest" welchen eine Rüstung bestehen musste, bevor sie in den Einsatz kam.

Außerdem war die Zielgenauigkeit von frühen Schusswaffe aus mehreren Gründen relativ schlecht. Durch die Kugelrunde Form der Munition und ein fehlendes Gewinde im Lauf, hatte der Schuss weniger Stabilität. Außerdem hatte die Kugel im Lauf meistens etwas Spiel, da Lauf und Munition nicht präzise genug gefertigt werden konnten.
Ein guter Langbogenschütze hat den Pistolero auf eine Distanz ausgeschalten, wo dieser vielleicht ein Scheunentor getroffen hätte. Also eine Pistole sehe ich im Fantasy wirklich als eine OneShot Waffe auf kurze bis mittlere Distanz gegen leichte bis mittlere Rüstung.

Außerdem war die Munition nicht auf Mannstopp Wirkung optimiert, hat sich beim Einschlag weniger verformt und den Körper eher durchschlagen und keinen so starken Schock wie moderne Munition im Gewebe erzeugt. Also eher vergleichbar mit einem Armbrusttreffer und kein direkter sicherer Kill.

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