Tatort

Neues (und altes) von der rollenden Leinwand.
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Amazeroth
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Tatort

Ungelesener Beitrag von Amazeroth » 15. Oktober 2014, 10:10

Hi,

mich wundert, daß sich noch niemand zum Tatort vom Sonntag ( Im Schmerz geboren ) geäußert hat.
Der war nämlich wirklich außerordentlich gut. Eine recht beeindruckende Mischung und sehr "undeutsch" aber dennoch passt Alles irgendwie zusammen.
Ulrich Matthes als Bösewicht war unfassbar gut in seiner Rolle, selten hat mich ein deutscher Schauspieler so überzeugt in seiner Darstellung wie er.

Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Film anzuschauen, es lohnt sich!
Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen.
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Gambit
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Gambit » 15. Oktober 2014, 10:23

Auch wenn ich kein Tatort "gucker" bin, der Rummel um diesen Tatort hat mich auch ein wenig neugierig gemacht aufgrund der vielen positiven Kritiken. Denke am WE werde ich dann mal meinen ersten vollständigen Tatort mit meiner Herzensdame schauen, da wird sie begeistert sein :)

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Snook
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Snook » 15. Oktober 2014, 12:34

ja das war gestern beim familienbilliard auch thema, ich denke ich werde mir den dann heute oder morgen mal anschauen :)
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Eshmael » 15. Oktober 2014, 15:39

Wenn ich die ganzen vergleiche lese, kann mich sowas nur enttäuschen. Daurm halte ich mich auch da raus =)
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Mapugnar
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Mapugnar » 15. Oktober 2014, 16:03

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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Amazeroth » 15. Oktober 2014, 16:10

Mapugnar hat geschrieben:Ich hab nur das Ende gesehen (letzte Viertelstunde oder so) und fand ihn ziemlich schlecht.
Wie willst du denn auf dieser Grundlage das Gesamtbild beurteilen?
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Mapugnar » 15. Oktober 2014, 16:32

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Zuletzt geändert von Mapugnar am 23. Oktober 2015, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Mic » 15. Oktober 2014, 18:32

Den Publikumsgeschmack scheint man aber getroffen zu haben. Laut Stern Umfrage empfinden (momentan) 77% der über 3.500 Befragten als Großartig...
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Gambit » 15. Oktober 2014, 18:37

Der Tatort war genial. Hab ihn gerade eben geschaut und für das gesehene hätte ich auch ohne Probleme eine Kinokarte gelöhnt. Danke fürs erinnern, Amazeroth :-)

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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Amazeroth » 16. Oktober 2014, 09:44

Mapugnar hat geschrieben: Ist mit Sicherheit auch eine Geschmacksfrage
Ja, das stimmt wohl.

@Gambit: gern geschehen! :)

Zuerst dachte ich übrigens auch, was für'n Scheiß, aber nach ein paar wenigen Minuten war das vergessen.
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Gambit » 16. Oktober 2014, 09:53

Ich fand ihn visuell sehr beeindruckend und diese Fusion aus Theaterstück, der Musik und der "Fabelheften Welt der Amelie" Erzählerstimme...großartig. SO einen Tatort würde ich immer wieder schauen.
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Batman » 18. Oktober 2014, 12:20

"Im Schmerz geboren"

Ich habe ihn gestern Nacht noch in der Mediathek gesehen : Zum Glück!

Ich gebe jedem Recht, der sagt, das sei kein Tatort gewesen. Ulrich Tukur genießt offensichtlich Freiheiten bei der Produktion seiner Tatorte, das Format zu sprengen und das ist großartig. Wie Gambit bereits schrieb ist das eine äußerst gelungene mediale Grenzüberschreitung und ein Ausloten und Spiel mit den Möglichkeiten verschiedener Disziplinen. Das ist innovatives Fernsehen, das ist sogar Kunst, das ist endlich mal sein Geld wert! Nebenbei macht es mich ausgesprochen glücklich, dass der zur Zeit interessante Tatort aus meiner Heimatstadt Wiesbaden kommt, ich freue mich jedes Mal, Ecken der alten Heimat zu erkennen … :) . Wegen mir müsste nicht jeder Tatort das "Tatort"-Format derartig hinterfragen bzw ignorieren, wie es "Geboren im Schmerz" tat, aber es ist ein Genuss, wenn mal so ein Ausreisser dabei ist. Mir würde es reichen, wenn die anderen Produktionen mal wieder anfangen würden, ernsthaft an der Qualität ihres Programms zu arbeiten, angefangen bei der Auswahl der Schauspieler, der Regisseure, der Cutter und Filmmusiker und weiter bei den Figuren, deren Geschichten und der Drehbücher. Es gibt vielleicht drei/vier Standorte, die allgemein auf gutem bis sehr gutem Niveau produzieren, viele derart langweilige und biedere Produktionen, dass man wirklich verstehen kann, wenn für viele Leute der Tatort "von gestern" ist. Ich würde mir sehr wünschen, dass wieder angefangen wird, gut erzählte Geschichten anstelle von öden Krimiklischees zu produzieren, dass die Figuren und Geschichten emotionale Tiefe erhalten, statt der verbreiteten "Schema F"-Produktionen - da war dieser Tatort beispielhaft.

Es ist toll, ein solches filmisches Kleinod zu schauen, das einem von der ersten Sekunde an mitteilt : Man kann das alles auch ganz anders machen. Auf jeden Fall ist Ulrich Tukur hiermit ein "Top-Ten"-, vielleicht sogar ein "Top-Five"-Treffer in der Bestenliste meines persönlichen Tatortrankings gelungen.
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Batman » 25. Oktober 2014, 12:41

Juchuh!!!! Das wird sicher ganz, ganz toll!!!!

http://www.gmx.net/magazine/unterhaltun ... m-30165646
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Batman » 17. November 2014, 11:30

Tatort "Vielleicht"

Es gab eine Zeit, da konnte man gut 60-70% der Tatorte bedenkenlos einschalten und sogar weiterempfehlen. Die Berliner waren dabei immer Wackelkandidaten, häufig zu sehr nach "Tatortschema F" konzipiert. Insbesondere die Konstellation der Kommissare Ritter und Stark, auf deren Unterschiedlichkeit ziemlich herumgeritten wurde sowie die Sideplots mit Stark als geschiedenem Vater und Ritter als angeblichen Womanizer waren oft alles andere als eine Bereicherung. Ende letzten Jahres verkündete der Sender dann holterdiepolter das bevorstehende Aus für das Duo, noch zwei Folgen sollten gedreht werden. Dominic Raake reagierte (nicht ganz unverständlicher Weise) ziemlich beleidigt in einem Interview und stieg bereits nach einem weiteren Tatort aus der Serie aus. So kam Boris Aljinovic in seiner Rolle als Felix Stark zu seinem ersten und einzigen Tatort als alleiniger Chefermittler - und das war wahrscheinlich sein Bester.

Befreit von den Klischees, die das Team Ritter/Stark ihm abverlangte, konnte die Rolle des Felix Stark erstmals wirklich eigenständig gespielt werden. Mangels der (meist ermüdenden) Konzentration auf die Unterschiede und Spannungsfelder der Kommissare wurde Raum geschaffen und genutzt, um schlicht und ergreifend in wirklich spannender Art die Geschichte einer Ermittlung zu erzählen, die sich ab einem gewissen Zeitpunkt zu einem Thriller mit allem Drum und Dran entwickelt. Dass das Thema rund um eine übersinnlich begabte Frau, die Verbrechen voraussagt, etwas abgedreht wirken könnte stört dabei eigentlich nicht. Da man sich Zeit genommen hatte, die Nebencharaktere (Polizeipsychologe, weitere Ermittler) als mehr als eindimensionale Sprechblasenaufsager einzuführen, keimte bei mir die Hoffnung auf, der Stab des Berliner Tatorts würde an dieses gut dargestellte und unaufgeregt agierende Team weitergeben werden. Die Erfahrung der letzten Jahre mit Wechseln in der Tatortbesetzung zeigt allerdings, dass die Sender ein anderes Konzept fahren, als ich es mir wünsche. Gemein!

Fazit : Das ist ein guter Tatort, weil er sich auf klassische Krimi- und Thrillerelemente konzentriert, weil er gut gefilmt und gut gespielt ist, die Charaktere authentisch rüberkommen und weil er eine spannende Geschichte hat. Schade, dass er der einzige in dieser Besetzung bleiben wird.
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Serienheld » 17. November 2014, 11:48

Ich bin mir immer noch nciht sicher, ob ich ihn brilliant oder komisch fand - der Mystery-Faktor hatte defenitiv seinen Reiz und ich habe mcih ein paar mal gut gruseln können, und auch Trude war einfach ein toller Charakter, aber irgendwie fand ich es sehr merkwürdig, dass auf Armin, der rothaarige Latzhosentäter, so wenig eingegangen ist, dass der Fall in sich versackte, und die erste Stunde somit einfach schnell abgefrühstückt wurde. Letztlich fühlte es sich wie Mittel zum Zweck an, zur Pizzeria überzublenden, dessen Plot auch vollkommen an mir vorbeiging.
Auf Meret Becker als neue Kommissarin freu ich mich riesig, auch wenn Boris Alijnovic für mich einer der besseren deutschen Darsteller ist, den ich in der Tatort-Landschaft vermissen werde. Ob er so ein Ende verdient hat, weiß ich auch nicht - aber immernoch besser als das Ausscheiden Raackes.

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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Amazeroth » 17. November 2014, 12:32

Serienheld hat geschrieben:der Mystery-Faktor hatte defenitiv seinen Reiz
Das fand ich auch, schwierig eine Meinung zum "Gesamtkunstwerk" abzugeben. Ich fand auch etwas unglücklich, daß man nicht irgendwie erklärt hat, warum Stark da plötzlich alleine mit einem Haufen Neulingen sitzt und wo sein APrtner abgeblieben ist. Man hätte ja schon irgendwie den Weggang Ritters einbauen und erklären können, hätte ich hilfreich gefunden. Manche Dialoge kamen mir allerdings sehr hölzern vor. Sowas wie der Satz "Ach, sie kommen des Mordes wegen." hörte sich extrem unecht an. Vom Grundtenor stimme ich Batman aber zu, mehr davon bitte.

Den End-Dialog fand ich aber großartig weil es so gut zum Mystery-Thema und zum Titel passte.
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Re: Tatort

Ungelesener Beitrag von Batman » 07. Januar 2015, 14:30

Schade, dass dies die guten Nachrichten aus der "Tatort"-Landschaft sind :

Aus für Erfurt-Tatort

Respekt vor den Schauspielern - nicht wegen ihrer darstellerischen Leistung, sondern dafür, dass sie erkannt haben, dass das Konzept Murks ist und sie die Konsequenzen daraus ziehen. Vielleicht ein Signal an die anderen Sendeanstalten, dass man nicht aus allem einfach eine Soap machen kann. Wenn jetzt noch der ständige Klamauk aufhört, gibt´s vielleicht irgendwann Licht am Ende des Tunnels.

(Zumal vor kurzem ja bereits das Ende des unglückseligen "Bodensee-Tatorts" verkündet wurde.) Danke.
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