D&D X.x - was ist was und warum?

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Batman
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D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Batman » 30. Januar 2016, 21:06

AD&D 2nd Edition ist das Spiel, was ich wahrscheinlich am längsten regelmäßig gespielt habe - naja, inzwischen zieht CoC nach aber wurscht. Ich habe dann zwar noch die D&D 3.0 Bücher erworben aber dann kam ja auch relativ schnell 3.5 und und und hinterher und da ich keiner bin, der jede neue Edition mitmacht, habe ich dann relativ bald den Anschluss und den Überblick über die Änderungen bei D&D verloren. Ich hätte da an die kompetenten Menschen aus dem Forum mal die Frage, wo sind denn eigentlich die jeweiligen Änderungen, was ist an 3.5 besser als 3.0, warum war 4.0 offenbar total schnell abgemeldet und wieso ist Pathfinder jetzt wieder so ähnlich wie 3.5?
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Kalgani
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 30. Januar 2016, 22:58

Dann versuch ich es mit einer kurzform:

3.5 war gegenüber 3.0 ein großer Bugfix.
3.5 war die Versoin der Caster Supermacy, nirgendwo während der DnD Geschichte waren Sprücheklopfer mächtiger.
Auch wenn es weniger Safe or suck/die als bei ADnD drinne war.
Aber es gab hier durch die OGL eigentlich für jeden eine Welt in der er spielen konnte und wollte.
Das meiste WotC Material gibt es auch auf deutsch.

Stichwort OGL: Pathfinder
Pathfinder ist ein System das auf der OGL aufbaut und somit die legetime Weiterführung von 3.5 ist.
Nun aber nicht mehr von WotC produziert, sondern von den ehemaligen Dungeon/Dragon Magazine Schreiberlingen von Paizo.
Welchen man für 4E die Lizenz entzog und die dann ein neues Betätigungsfeld benötigten.
Daraus resultierten erstmal weitere Adventure Pathes, später dann ein Campaign Setting (noch 3.5) und erst 2009 oder 2010 kam dann das eigene Regelwerk mit den angepassten Klassen, Zaubern, Skills usw.
Sollte voll kompatible zu 3.5 sein, aber man sollte es heutzutage besser nicht mehr mischen, da es sonst wieder zu viele synergien gibt.
Das meiste Paizo Material gibt es auf deutsch und neues Material wird auch weiterhin übersetzt.

4.0 war der glattbügler ggü. 3.5.
Leider war man auch hier das Ziel hinaus geschossen. Man hatte zwar ein sehr gutes, ausbalanciertes System auf die Beine gestellt, aber dieses fühlte sich einfach nicht mehr nach DnD an. Das war neben den vielen guten Ideen, für welche die Spieler einfach noch nicht bereit waren. (Healing Surges, extrahierbare Magische Gegenstände etc.) wahrscheinlich der wichtigste Grund warum sie ein Reinfall wurde. Ein weiterer Fehlschlag war die Weiterentwicklung der äußerst beliebten Forgotten Realms, denn dieser Schritt ging voll in die Hose!
Es gab auch keine OGL!
Es gab genau 3 Bücher auf deutsch...

5.0 ist für mich der Versuch den Charme von ADnD mit der Regelmischung aus 3.5 und 4.0 abzubilden.
Das Powerlevel ist deutlich unter dem der beiden vorherigen Versionen, aber es ist wieder DnD.
Das haben viele so akzeptiert und es gibt rund um die 5E nur wenig flaming von der 3E oder 4E Fangemeinde.
Es gibt genau 0 Bücher auf deutsch, aber auch auf keiner anderen Sprache als englisch. Dafür gibt es nun aber eine OGL!
Zuletzt geändert von Kalgani am 25. Januar 2017, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Tudor the Traveller
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 30. Januar 2016, 23:35

Reihe 3.0 > 3.5 > Pathfinder

Die Edition 3.0 hat das D&D System gegenüber AD&D vollständig umgekrempelt. Die Design-Philosophie hatte den Kerngedanken, eine einheitliche Mechanik für alle Regelbereiche zu schaffen. Diese ist im Wesentlichen: "würfle 1W20, addiere alle relevanten Boni / Mali und vergleiche das Resultat mit einem Zielwert. Hast du den Zielwert erreicht oder übertroffen, warst du erfolgreich." Diese im Kern simple Mechanik heißt auch "D20" im Sinne der OGL (siehe kalgani). Nebenbei hat die 3.0 aus D&D ein, wie ich es nenne, Hybrid-System gemacht: Neben der Klasse existiert ein sehr kleinteiliges Fertigkeitensystem, sodass diese Edition in meinen Augen nicht mehr rein klassenbasiert ist (daher "Hybrid").

Die Version 3.5 ist im Prinzip ein sehr umfassendes Erratum. Alle Änderungen stecken im Detail.

Pathfinder wird auch als Edition 3.75 bezeichnet, um zu verdeutlichen, dass Pathfinder im Prinzip eine weitere Optimierung der Edition 3 ist. Zu beachten wäre hier, dass Pathfinder "nur" die OGL verwenden darf, womit einige geschützte Elemente der 3.0 und 3.5 rausfallen. Das hat aber einen weitgehend marginalen Einfluss, es geht primär um Namen ("Schwebende Scheibe" statt "Tensers schwebende Scheibe", Namen wie Baatezu oder Tanar'ri dürfen nicht verwendet werden usw.)
Auch erwähnenswert ist vielleicht, dass Pathfinder mit der "Tradition" bricht, den Spieler- und Spielleiterteil auf zwei Bücher zu verteilen. Das Grundregelwerk ist damit im Vergleich zu 3.x ein "2 in 1". Hat Vor- und Nachteile...

4e
Zu dieser Edition kann ich nicht viel sagen, da ich sie weitgehend ignoriert habe. Sie machte auf mich einen sehr "MMORPG"-mäßigen Eindruck. Will heißen, dass sie sich extrem mechanisch anfühlt. Dafür soll die Balance zwischen den einzelnen Optionen insgesamt sehr gut sein. Als Beispiel sei gesagt, dass versucht wurde, alle Klassenfähigkeiten zu streamlinen. Unabhängig von der Klasse hat jeder eine Reihe von "Powers", die täglich, pro Begegnung oder nach Belieben eingesetzt werden können. Ob das der Zauber eines Magiers oder die Kampftechnik eines Kriegers ist, ist mehr anderer "Anstrich" als andere Mechanik.

5e
Diese Edition soll ein "D&D für alle" sein. Man hat versucht, das Beste aus allen Editionen zu vereinen. Das Ergebnis ist in meinen Augen weitgehend gut, hat aber natürlich seine Schwachstellen. "Bounded Accuracy" ist der Kern der Design-Philosophie. Im Wesentlichen soll damit erreicht werden, dass auch für hochstufige Charaktere und Monster die niedrigstufigen Herausforderungen noch gefährlich bleiben. Erreicht werden soll das vor allem mit einer Deckelung der Spielwerte und Boni. Außerdem hat man versucht, die wählbaren Optionen überschaubar zu halten. So ist u.a. auch die "Action Economy" der Vorgängereditionen vereinfacht worden.
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Mic » 31. Januar 2016, 00:08

Ich empfine die Edition 4 hauptsächlich als Sammelkartenspiel mit Elementen aus Stretegiespiel, MMO und Rollenspielel. Man kann damit durchaus eine tolle und spannende Runde auf die Beine stellen, aber alles wird sich sehr "Meta" anfühlen. Die ganze Truppe schleppt sich mit einstellig Trefferpunkten aus einem harten Kampf? Kein Problem, nach grade mal 5 Minuten Ausruhen am Lagerfeuer sind alle wieder bei bester Laune und voller Gesundheit!

Die Charakterklasse ist quasi das Deck eines Spielers, vergleichbar mit den Farben bei Magic, oder Corps bei Netrunner. Je nach Stufe kann man sich tollere Karten (Powers) nehmen und gegebenenfalls alte austauschen. Dabei sollte man natürlich wie bei einem entsprechenden Kartenspiel auf Synergien von seinen Kräften zu magischen Gegenständen achten und auch auf die anderen Charaktere rücksicht nehmen. Wer hier einer erfolgversprechenden Taktik folgt, ist in der Regel deutlich effektiver in dem was er tut. Im Endeffekt spielen aber alle Spieler gemeinsam ein Spiel gegen den Spielleiter.

Das Konzept ist eigentlich revolutionär, man ist aber dummerweise so weit übers Ziel hinausgeschossen, dass das ganze nur noch periphär etwas mit Rollenspiel zu tun hat: Zumeist gibt es lediglich eine grobe Geschichte, die einzelne Kämpfe halbwegs logisch miteinander verbindet.
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 31. Januar 2016, 00:27

Als so schlimm habe ich die 4E beim spielen dann doch nicht empfunden.
Aber ich gebe Mic und Tudor damit recht, das 4E die Version ist, welche am einfachsten auf diese reine Metaebene runtergebrochen werden kann.

Wenn mann sich aber von XP löst um die Punkte für den Aufstieg zu bekommen, kann man mit dieser auch ordentliches Rollenspiel betreiben.
Die wenigsten tun dies allerdings.
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 27. November 2019, 23:07

*Raise Thread*

Nachdem ich nun eine Weile die 4e spiele, habe ich einen guten Überblick über alle Editionen, denke ich, inklusive ein paar Hacks von Drittanbietern wie 13th Age oder True 20.

Ich stelle fest, dass mir die 4e zwar Spaß macht, aber irgendwie gegenüber der 3.x auch schwerwiegende Abstriche aufweist. Das sind für mich v.a. das recht starre Skill System und die Bindung der Magie an (daily) Powers.

Ein Mittelding aus 3e und 4e mit einer Prise 13th Age wäre für meinen Geschmack wohl das Richtige.
Gibt es da zufällig etwas in der Richtung? Vor allem das Magiesystem sollte im Kern erhalten bleiben, das ist für mich wesentlich für das D&D Gefühl... :ugeek:
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Kalgani » 28. November 2019, 11:25

Das ist interessant, aber in 5E hatte man das vance'sche Magiesystem ja angepasst
und wir (Spieler) hatten das für uns als "langweilig/führt zu Eindimensionaler Spruchauswahl" bewertet.

Was das angeht bin ich persönlich ein Fan von at-will/encounter/daily
Verhindert halt den 5 Minuten Abenteuertag, den man bei 5E zwischen durch ja auch hat.
Vorteil für alle Moderenen: es skaliert mit der Stufe (13A/4E automatisch oder 5E manuell)
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Tudor the Traveller » 29. November 2019, 19:42

Ich habe den Eindruck, dass mir besonders Dinge daran Spaß machen, die andere daran nerven. Ich finde es z. B. sehr spannend, meinen Magier auf das mögliche Abenteuer vorzubereiten und mir den Kopf über die beste Zauberauswahl zu zerbrechen. Das bietet die 4e auch, aber wesentlich reduzierter.

Bei der 3.x kann ich überlegen, ob ich lieber 2 Feuerbälle vorbereite oder ob 1 reicht und ich vielleicht für den Fall der Fälle eine Schriftrolle mit Feuerball anfertige. Ich könnte auch das Geld aufwenden, um einen Zauberstab mit Feuerball zu kaufen, dann habe ich bis zu 40x Feuerball jederzeit verfügbar, aber wegen der Kosten wahrscheinlich nur auf dem Minimallevel. Ich könnte auch einen Spellslot beim Vorbereiten frei lassen und den später bei Bedarf mit Feuerball belegen, brauche dann aber ca. 30 min Vorlaufzeit...
Das wäre so ein Beispiel, warum ich die 3.x bzw. PF mochte.
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Re: D&D X.x - was ist was und warum?

Ungelesener Beitrag von Mic » 29. November 2019, 19:43

Du hast recht: Das nervt dermaßen dass ich in 3.x niemals einen Magier spielen würde.
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